Von der Problematik der Überlieferung der Worte

Denkend, verdenkend und überdenkend
Stetig der Worte ungesagtes, rein
Und unverfälscht enthalt’nes, Sein
Wäre Traum mir nicht,
So es sich spiegelt längstens schon
In freien Räumen
Eines schweigend, leidend,
Und genießend’ Geistes …

… und wie sollt es reichen, überdauern
Unversehrt der Laute Strom
Im Äther wohl, als auch in schwarz,
Auf grauem Blatt?

Unverfälscht von Dir verstanden
Nähme wohl der Reichheit Lohn
Minder, und weithin ab.
Doch klar und sicher wär mein Sinnen
Überliefert Deinem Geist;
Und im Leib ein laues Herz
Täte - ob der Seele Wonnen -
Glühen freudig: bis zum Schmerz!

um 1997/98