Vom fehlenden Stern

Du stehst am Fenster und blickst in die Nacht
In den Himmel schaust Du, und zu den Sternen
Wie viele es sind und wie sie Dich fragen
Nach wohin und woher,
Nach Antwort forschen und fordern,
Nach Dir, die Du sie in ihrer Heimlichkeit spähst.

Kalt ist es
Und ein Hauch von Frost streicht zärtlich Deine weißen Hände
Sie zittern, leicht zurück sich ziehend,
Die Berührung jedoch noch einmal zu genießen
Verlangend sich entgegenstrecken.

Du stehst am Fenster, weilst bei den Sternen,
Die vielfach einzeln Dich bewachen.
Erahnst die sanften Blüten einer Rose auf Deinen Wangen,
- ihren süßen Duft, welcher sich mit der Kälte vermischt
- das Gefühl, wie sie durch Deine Finger gleitet
Und wie aus weiter Ferne nimmst Du sie wahr,
Ihre Dornen, die Spitzen, ihre Blüten und Blätter
Zwischen Deinen kleinen weißen Fingern bewahrt.

Siehst Du Dich, die Gefahr sanft nur fordernd,
Mit der Deine Gedanken ängstlich Dich drängen?
Erahnst Du den Dorn, boshaft und scharf
Durch zarte Haut gierig sich bohren?
Ein Atemzug nur - die Grelle des Schmerzes;
Langsam sickert Blut hervor.

Schau ihn Dir an, den Tropfen,
Er läuft an Deinem Finger herab -
Mal langsam, mal schneller - als überlege er -
Rinnt er in seine Ewigkeit.

Schau ihn Dir an, er hat die Farbe der Rose,
Wiewohl er schmeckt nach der Nacht -
Doch schaust Du zum Himmel
Und hoch zu den Sternen
Wird einer da fehlen.

Du gabst ihm die Freiheit, und Leben
Und seine eigene, kleine Ewigkeit.