Wer im Moment der Stille
Den Atem hält, lauscht
Und sich aufs Fremde wohl besinnt,
Mit Geist erfassend
Was nicht erfassbar,
Beständig flüchtend sich
Uns’rem Langen und Verlangen,
Im Fluß der Wandlung gleitend
Sich entwind’t.
Der werde fremd und unbekannt dem Seinen,
Schleier reißend, ein Feind des Lauten.
Denn nur in Klarheit klärt der Geist
In fremden Hirn, der Seele weit
Wo Sinnenherrschaft kühn ihm waltet
Er sei in Klarheit nicht er selbst,
Sei fremder Geist im eig’nen Geist.
Nun, die Stille sei bewahrt,
Aus hastig Schritten innehaltend
Den Atem dämpfend
Fast bis zum Tode.
Und alles Sein - wie wirds gewahr -
Nicht bös’ - noch gut - der Werte frei
Nun Gegenstand und kaltes Leben.
12. April 1998