Minn’gesang

Wohl trug es sich zu in fränkischen Landen
edlen Ritters fein liebliche Min’
Ihn ließen werben der Liebe Banden
so er die Gunst der Maid gewinn.

Bald zog er zu der Burgen Höhn
umwarb mit der Harfe Wunderklang
das hochedle Fräulein am Fenster gar kleidlich,
pries zärtlich ihr der Verskunst Gesang.

“Die güldenste Maid in teutschen Landen,
des Zaubers voll und schwanengleich,
erschaut ich in dieser Trutzburg Gemächern.
Des Anblicks Wonne verführet mich
So erlaubt mir zu führen das Schwert für euch!”

Windes Hauch ließ entgleiten ihr
seidenes Tuch, und ein Lächeln der Gunst.
Goldgelbes Haar ihrem zierlichen Leib
entflieht, und den Edlen hoffen läßt.

27. Juli 1997