In seiner Stille

Horch Wald, flüst` re Dein Geheimnis mir,
Welches Jahrhunderte Du wohl verborgen hieltest,
Welches neulich Du dem Winde rauntest:
Erfuhr ich manches - ach` ,
Doch das Geheimste lauscht` ich nicht !

Nicht mit Menschen teilst Du` s,
Nicht mit Ihresgleichen:
Nur der Wind, und die Raben haben kund davon -
Siehe: Nebel ist` s, der Dich erfraget:
Wasser wohl & eis` ger Schleier
Und doch nichts wirklich
Bin ich Dir davon …

Willst Du` s, Wald,
Nun zum Monde schweigen,
Dein Letztes hüten in finst` rem Grimm:
So laß nur, Wald, erst die Nacht verstreichen
Und mit dem gleißend ersten Weiß der Sonne
Siehe wie durchflutet ich Dich werden hab …

Winde bieten an mir, mich zu tragen
Zu jedem Orte meines Willens:
Bald mehr werden keine Blätter rauschen
In Nebels Königreich
Erhab` ner Stille !!!

Dagazhallen, 02. November 1997