Himmels Gold

So trüb den Himmel Wolken decken,
In dunkelst Blau die Welt gar taucht,
Rinnen meinen Augen Wonnezähren
Und in mir wird,
Was niemals je ein Herz erschaut.

Kühn schwingt im Windgesang ein Baum,
Tanzen Wälder wild nach Sturmes Fauchen,
Schwillt zur Welle brausend Blut in finstren Adern.
Was sticht, was hält dann noch
Verzückter Seelen tausendfach befreites Jauchzen?

Und Irrsinn peitscht zu wilder Fahrt,
Reizen Chaos freie Kräfte
Lebens’ Lohe zur Weißglut an,
Brennt reiner Seele gleißend Flamme
Herzen rein in ihrem Bann.

Und in uns erwacht, die Leben spendet
- Himmels Lohe, gleißend Gold -
Von uns’rer Seelen sengend Blitzen
Täglich aufs neue wohl entzündet,
Thront sie dort in göttlich’, wundervoll erhab’nen Stolz!

02.01.1998