Finsterbann

In Frostes Kälte, entblößt zur Nacht
Bannt blut’ge Gier auf freies Feld
Stumpfer Mond schneid’t Haut und Adern
Dar zum Opfer dem Weltenwolf.

Ich graus’ge Ausgeburt der Kälte witt’re,
Zieh lüstern süßen Mädchenduft durch wache Nüstern.
Weh’ Dir Zarten, verirrt im weißen Nebelreich,
Weh’ Armen Dir, wenn lüstern Dich der Weltwolf reißt.

Bleck’ meine Zähne, Blut auf Lippen,
Fall über Dich, stumm schweigt der Mond.
Auf frost’gem Boden – blankes Zittern
Und der Wolf heult über ihr.

Stumm schweigt der Mond finster in die Nacht
Nichts lebt, nichts stirbt zu jender Stunde
Verströmt der Norden seinen Geist
Und zu Mensch wird, was einst Wolf gewesen
Doch still! – Erneut naht finst’re Ewigkeit!

21.12.1997