Weißer Atem sinkt hernieder
Gleitet langsam in Frostes Reich
Und im Wald aus düst‘rer Stille
Dringen eis’ge Klagelieder
Ewiglich durchs nackte Eis.
Schneidet harter Wind die Kerben,
Trägt Kristalle sein blasses Haupt
Schaudernd ziehts ihn fort, den Fremden
Fort, wo Geisternde Schwarzalben
Lauern hinter jedem Baum.
Doch schweigt er, in’zuhalten diesem Staunen
Zu lauschen dem,
Was bannt, was Nebelhaftes birgt:
Entrauscht dem dumpfen Waldesraunen
Seid’ner Sang, ein leises Lied.
Ein Schauer voll von wohl’gem Grausen
Zieht hin zum webend Klang,
Durchs Labyrinth, Myrkwidrs Weiten
Doch still !
Vernahm sein Ohr nicht weißen Atem ?
Entblößt nicht weißer Schnee der Unsichtbaren leichten Gang ?
Eilt nicht waldabwärts dieses Wesen,
Folgt nicht der Wand’rer voller Angst ?
…
Von Weitem tränkt die Dämmerung
Das Land in müdes blasses Grau
Von Niflheim zieht Frost herrüber
Unbeweglich, schauerhaft.
Doch recken sich am Horizont
Gebirg‘ und Welt dem Licht entgegen
Von wo noch glänzt aus Flammenmeeren
Gold und Schein des fernen Alls.
…
Ihr Schritt führt an verborg’ne Orte
In menschenleere Einsamkeit
Zur heimlich‘ Lichtung
Wo’s gold’ne Licht -
Durch weiße Kronen fällt es ein
- in ihrer lichten Feengestalt gebrochen
Und Sang der Lieder Tänze trägt.
Alles kreist in sanftem Reigen:
Säumen Eisblumen ziehlichst blühend
Ihr seid’nes Kleid,
Umhüllt von Schleiern aus klaren Lüften
Hallt ihr Lied aus Waldes Tiefen
Tief in die Unendlichkeit.
Und tauber Schmerz befängt die Seele,
Lauschte man solch‘ kaltem Treiben
Hinter alten klugen Eichen
Raschelnd tritt ein Mann hervor
Und flüstert leis‘ wohl ihren Namen
…
Nur kalte stumpfe Stille bleibt erhalten
Wo Eisrune es einst war,
Die ich an jenem Ort erschaut …