Der Hain der Götter

Inmitten von Birken und Eichen
Auf windreichem Berge
Und geheiligter Lichtung ich steh`

Bei leuchtender Flamme
Im Kreise der Steine
Versunken tief im Gebet …

Zu Ehren der holden Schar
Der lichtgleichen Götter
Von Asgards unendlicher Flur

Den`  singend und preisend
Ich opf` re den Met -
Das süßeste Blut der Natur

Und mit Blitzen und Donner
Werd`  ich empfangen im Hain,
Schlägt die Flamme empor,
Und ich erhebe den stein-
Ernen Hammer gen Himmel

Doch Wotan erzürnt schlägt entgegen
Mir wütend und wildernd lichtreichen Ger:
Daß nun lieget in Scherben der Hammer im Hain,
Den ich erhoben zu Ehren des Weisen,
Versehret - nebst meinem zerschellten Gebein !

In Walhall`  ich nun wandle ,
Blickend hinab, auf den Hain,
Zerschlagenen Hammer und mein sterbliches Sein:
Weiß ich` s  gebettet am wohl heiligsten Ort:
Der Lichtung der Götter -
So daß in den Liedern der Alten
Ich nun dau` r wohl auf ewig fort …

Dagazhallen, 24. April 1999