Dein Meer

Meer bin ich,
Und grausigstes Toben;
Die Stille des Abgrund’s
Und dunkle Gewalt:
Bald brande ich auf,
Dir – Klippe,
Mit smaragdgrünen schäumenden Wogen;
Bald ziehe ich sanft
In ihrem Sehnen
Die Menschen hinab.

Und nimmer frei geb‘ ich
Mehr ihre Seelen
Aus klaffender Tiefe,
Und unendlicher See:
Verwunschen am Morgen,
Und flüsternd des Abends,
Will ich,
Daß auch Du in mir ertrinkst!

Dagazhallen, Juli 2000