Windows Verschlankung und Try-Outs

Es war mal wieder soweit: Monsieur ‚Le Cerf‘ hatte eine tolle ’neue‘ Software entdeckt, dazu einige Tutorials zur Windows Optimierung und Minimalisierung – also musste es natürlich gleich ausprobiert werden.

Vorweg, es handelt sich dabei um das Programm nLite. Damit kann man seine existierende Windows-Installations-CD komplett auf seine Bedürfnisse anpassen, d.h. z.B. Servicepacks, Updates, Treiber und Programme seiner Wahl integrieren, auch schon im Voraus Optimierungen und Tweaks vornehmen und auch entscheiden, welche Windowskomponenten überhaupt mit auf die CD sollen. Eine vollkommen unbeaufsichtigte Installaion ist damit ebenfalls möglich.

Ziel des ganzen ist, eine vollkommen personalisiertes XP zu erhalten und im Falle einer Neuinstallation nicht jedes Update einzeln, nicht jede Optimierung aufs neue vornehmen zu müssen. Desweiteren kann man damit sein Windows komplett entmüllen – wer braucht schon alle mitgelieferten Sprachen und Tastaturlayouts (Deutsch und Englisch sollten reichen) – nicht jeder will den löchrigen Internetexplorer oder den trägen Mediaplayer auf seiner Platte haben, IIS, , integrierte Zip- oder Brennfunktion, MS-eigene Backuplösung und Windows XP-Tour sind weitere Beispiele.

Allerdings war mein Entfernungstrieb scheinbar immer so groß, dass ich mit nahezu jeder Installation und jedem Versuch an irgendwelche Grenzen gestoßen bin: einmal hatte ich kein Netz, ein andermal funktionierte der MSInstaller nicht und in fast jedem Fall brach BitDefender 10 die Installation mit einer Fehlermeldung ab.
Trotzdessen hatte ich Zustände erreicht, wo ich die Installations-CD auf ca 300MB drücken konnte, der belegte Festplattenplatz einer frischen Installation schlanke 2,2GB belegte und der RAM-Verbrauch bei lediglich ca 130MB lag (und auch alles funktionierte, bis auf eben BitDefender).

Letztendlich entschied ich mich zugunsten voller Funktionsfähigkeit dann aber wieder für die Old-School-Variante und spielte mein altes XP, Treiber Updates und Tweaks wieder manuell ein. Mittels Abschaltung unnötiger Dienste (siehe hier und hier) und anderer Optimierungsmaßnahmen kann man die Performance des OS schon ordentlich steigern.

Da ich meines alten Vista-Skins überdrüssig war, bekam der Desk bei der Gelegenheit auch gleich eine neue Optik.

WindowBlinds Eminence-Skin cleanWindowBlinds Eminence-Skin dirty

Skin: Eminence für WindowBlinds
Icons: Radium für Iconpackager
Wallpaper: Creative Art
Winamp-Skin: ClearOne Beta
Kalender: GlassDream für Rainlendar
Schnallstarter/Dock: RKLauncher
Boot: XP SilverBlue für Bootskin
Logon: Vista Perfect für LogonStudio

Das schöne an WindowBlinds: die Herstellerfirma des Programms (Stardock) hatte seinerzeit Microsoft ihre damalige Skinning-Engine lizensiert, welche letztere dann in XP einsetzten (zusammen mit diesem scheußlichen Luna-Theme). Während diese heutzutage noch unverändert läuft, hat Stardock seine Software natürlich weiterentwickelt und auch weiter optimiert, so dass der Einsatz von WindowBlinds sogar ressourcenschonender und performanter ist, als die ’native‘ XP-Skinning-Engine … zumindestens bei Skins ohne Transparenz ;). Bei Skins mit Transparenz dürften sie ungefähr gleich liegen.

A’propos performant. Eine Freundin hatte mir vor kurzem ihre XP MediaCenterEdition vorgeführt und mich damit nicht wenig beeindrucken können. Daher im Zuge der Neuinstallation gleich mal Ausschau gehalten nach Alternativen und als alter OpenSource-Befürworter ist mir auch gleich das ‚MediaPortal‚ ins Auge gesprungen. Also schnell mal aufgespielt und ausprobiert.
Der erste Eindruck: sehr schön anzuseh’n und tolle Funktionen.
Gehandycapt war ich allerdings schoneinmal dadurch, dass ich keine Fernbedienung dazu hab und mit der Mouse darin rumklicken … war nicht sehr kompfortabel. Weiterer Schwachpunkt: im Vollbildmodus ist die Bedienung und die Reaktionszeit übelst zäh geworden – ich weiß nicht, ob es Optimierungen dazu gibt, auf die Schnelle hab ich keine gefunden.
Weiter. Hat man seine Filme in mehreren verschiedenen Ordnern auf seiner Festplatte, so navigiert er immer nur durch den in den Optionen angeklickten. Ich fand keine Möglichkeit, mehrere gleichzeitig anzuwählen. Wollte ich z.B. wieder in meinen Doku-Ordner, so musste ich wieder den Umweg über die Optionen nehmen. Gehe ich aber dorthin, beendet sich die ganze MediaPortal-Oberfläche. Zugegebenermaßen: etwas umständlich.
Ich muss zugestehen, dass ich mich entgegen meiner sonstigen Gewohnheit nicht wirklich lange damit beschäftigt habe, aber bis mich das nächste Mal wieder die Muse packt, ist es erstmal wieder von der Platte geflogen.

Letztendlich habe ich alle Funktionen schon auf dem Rechner und erreiche sie über die Dock auch kompfortabel mit einem Klick. In dem Sinne ist es auch nur ‚resourchenverschlingende‘ Spielerei ;).

Ein anderer Gedanke um den Rechner einigermaßen clean zu halten: alle Proggies, die ich zum ernstahften Arbeiten brauch (OpenOffice, Adobe Fireworks, ArchiCAD, Rhino 3D usw.) normal aufspielen und ‚alle anderen‘ in ein abgespecktes Windows in einer virtuellen Maschine a’la VMWare.

Achja, hab ich schon erwähnt, dass ich mit ‚XPLite‚ schon wieder was neues entdeckt habe … šŸ˜€

5 Kommentare zu “Windows Verschlankung und Try-Outs”

  1. Martin

    Also Hirschi, ich muss sagen, dein Desktophintergrund gefällt mir. šŸ˜‰
    Aber so in Windows rumzufrickeln – ist das nicht ungmein gefährlich? Ā°gĀ° Und was das MediaCenter Dingen angeht, das hab ich damals, als ich noch Win-User war (ja, lang ists her) auch mal probiert mit dem gleichen Ergebnis wie du. Für den Mac gibts das auch und dort hatte ich selbige Probleme. Daher ist auch hier wieder entfernt worden. Wenn ich sowas bräuchte, dann reichte Frontrow.
    Und dann bin ich mal auf deine Berichte zu XPLite gespannt. ^^

  2. industrie13

    Hi Martin, also einen Bericht zu XPLite wird es wohl nicht mehr geben, da ich mein Ziel doch noch mit nLite erreicht habe :D.
    Im Gegensatz zu früheren Versuchen hatte ich diesmal keine bereits fertige und mit allen Updates versehene Version modifiziert, sondern einfach meine ‚original‘ Standard XP-CD eingelesen und lediglich mit Treibern und dem SP2 versehen … und was soll ich sagen: es ist ein schlankes, voll funktionsfähiges XP rausgekommen, ohne jeglichen sinnlosen Ballast, welches sich mit gutem Gefühl benutzen lässt :).
    Ob es gefährlich ist, da rumzufrickeln? Zumindest nicht gefährlicher, als bei jedem anderen OS :p
    Zudem hat ja nLite auch Sicherheitsvorkehrungen eingebaut, damit zum Funktionieren wirklich wichtige Systembestandteile nicht entfernt werden können und mit dem Kompatibilitätsmodus in dem Proggie kannst Du auch versehentliches Entfernen bestimmter Teile verhindern. Also bin wirklich begeistert von dem Teil. Hab mir jetzt jeweils ein angepasstes XP für en großen rechner, den Schleppi und VMWare gebastelt *g*

  3. Martin

    Manchmal glaub ich wirklich, für dich wäre das beste auf jeden Fall Linux, wo du alles einfach selber basteln kannst, wie du es brauchst. ^^

  4. industrie13

    *g* … nunja, das eine schließt das andere ja nicht aus šŸ˜€
    aber solange ‚wine‘ bzw CrossoverLinux noch nicht alles für mich wichtige frisst, bin ich auf diese Weise erstmal ganz gut unterwegs šŸ˜‰

  5. Martin

    Tja, hätteste mal nicht auf Architektur sondern Textverarbeitung gesetzt. Da hättest du unter Linux durchaus brauchbare Alternativen šŸ˜‰

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