Most wanted – ein eBook-Reader

Star Trek PADD - Personal Access Display DeviceFrüher fand ich es einfach nur immer absolut oberkultig, wenn in Star Trek die Besatzungen von Enterprise, Voyager oder DS9 ihre Instruktionen und Informationen via jener kleiner PADDs (Personal Access Display Device) ausgehändigt bekamen, die gewiss noch jedem Star Trek Fan in lebhafter Erinnerung geblieben sein dürften. Früher konnte man noch unbedarft von einer technisierten Zukunft träumen, ohne Gefahr zu laufen, sich mit ihr tatsächlich auseinandersetzen zu müssen.

In gewisser Weise hat uns diese Zukunft bereits eingeholt: aus Kirks Communicator ist unser heutiges Handy geworden, aus Pille’s Krankenstation moderne Diagnosegeräte wie Ultraschall, Tomographie usw. Den Computer mittels gesprochener Befehle zu steuern, ist, wenn auch noch am Anfang (siehe MS Vista), inzwischen ebenso möglich wie die Bedienung desselben mittels berührungsempfindlicher interaktiver Oberflächen (Touchscreens, MS Surface, iPhone).

Was es aber noch nicht gibt, ist ein entsprechendes Äquivalent zu eben jenen Pads! Ok, es gibt Smartphones, Handhelds, Tablet PCs, bald auch sog. UMPCs, aber diese entsprechen nicht meinen/unseren/diesen speziellen Anforderungen.

Was ist eigentlich das Problem, werdet ihr jetzt fragen. Das Problem ist, dass ich inzwischen den größten Teil aller Bücher, die mich aktuell interessieren (und das sind nicht wenige), in digitaler Form, als sogenannte eBooks bzw PDFs vorliegen hab. Die kann ich zwar am Rechner lesen, bin dadurch aber stationär gebunden. Das höchste der Gefühle ist dann noch, sie auf meinen Schleppi zu packen und mich damit irgendwo zu lümmeln.

Sony Reader - ebook readerIdeal ist das aber auch nicht: jedesmal ein unhandliches, sperriges, A3-großes Gerät mit mir rumzuschleppen … für Park, Strand, Straßenbahn oder dergleichen völlig ungeeignet. Handhelds und Smartphones sind mit ihrem Minimal-Displays auch keine Lösung dafür.
Ideal wäre ein ca. A5 großes Gerät, schmal, leicht, mit ca 1-4 GB Speicher und langer Batterielaufzeit.

Das krasse ist ja, dass Technik und Infrastruktur schon vorhanden sind: Viele Buchläden im Netz bieten ihre Bücher alternativ als eBooks zum Download an. Das hat neben der Geschwindigkeit, mit der der Kunde an die von ihm gewünschte Waare kommt, noch den Vorteil, dass keine Versandkosten anfallen … und auf der Umweltseite durch den entfallenden Versand Energie/CO2 eingespart wird. Es müssen für das nicht vorhandene Papier auch keine Bäume sterben und bzgl. Reproduktion ist der Herstellungsaufwand ebenfalls verschwindend gering.

Auf der Technikseite gibt es den sparsamen Flashspeicher, es gibt das sogenannte e-Ink, elektronisches Papier, welches nur Energie zum Wechseln der Anzeige benötigt, und wenn man es ganz modern mag, selbiges auch in einer berührungsempfindlichen Ausführung.

iRex iLiad - ebook reader

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind auch schon mindestens 2 entsprechende Produkte auf dem Markt: der Sony Reader und der iLiad von iRex. Ersterer schlägt mit $299, und letzterer mit €649 zu Buche – beides ziemlich heftige Preise für diese Art von Gerät.
Wobei, beim iLiad kann ich das allerdings noch nachvollziehen, bietet er doch noch zusätzlich die Möglichkeit, damit Skizzen zu machen, zu unterstreichen, Notitzen zu schreiben, sowie Wireless-Support. Aufgrund der Preisangabe in Euro darf ich vermuten, dass es ihn auch hierzulande zu erwerben gibt.

Für den Sony Reader gilt dagegen, dass man ihn momentan nur in Übersee erstehen kann. Zudem scheint er etwas umständlich zu sein: damit ich eine PDF lesen kann, muss ich sie erst auf dem PC mittels extra Sony-Software in das vom Reader supportete Format umwandeln und natürlich drahtgebunden aufspielen.
Soweit ich mich darüber im Netz informieren konnte, wurde diese Beschränkung aufgebaut, um Copyright-Infrighments zu vermeiden und natürlich den eigenen Umsatz mit eBooks anzukurbeln … also ganz nach dem iTunes-Prinzip.
In einem Review gar hieß es sinngemäß: der Reader ist geil, aber die Software ist “crap”.

Wenn man es sich recht überlegt, wäre das vielleicht ein Fall für Apple: Eleganz in Design und Bedienung. Oder vielleicht besser doch nicht … Zitat Steve Jobs:

“With the NeXT machine, we figured out what would be a fair price, and then we quadrupled that price.”

“But my feeling is that we could do in computers what BMW did with cars. Cool rich asshole-type people would buy our stuff, and then poor lametards would want to have the same thing that the rich assholes had. And once our stuff caught on with cool rich people we’d gradually introduce some lower-end models that aspiring lame-ass people could afford. But I sure as hell wasn’t going to just cut my prices. More people eat at McDonald’s than at French Laundry. Does that mean Thomas Keller should charge fifty cents for a meal, to bring in the crowds? I don’t think so.”

Ein Kommentar zu “Most wanted – ein eBook-Reader”

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