Buchempfehlung: Perl in 21 Tagen

Perl in 21 TagenWas ist wohl die beste Variante, seine freie Zeit sinnvoll zu nutzen?
Ok, es dürfte schwer fallen, sich auf eine absolut und universell gültige Antwort festzulegen, doch ein Kandidat dafür ist sicherlich das Vorhaben, sich endlich das Wissen bzw. die Fähigkeiten anzueignen, deren man schon lange habhaft werden wollte.

Eine Sache die mich schon lange gereizt hat, war, eine Scriptsprache wie PHP oder Perl zu lernen, wobei die Wahl aus verschiedenen Gründen letztendlich auf Perl gefallen ist. PHP steht in seinem Funktionsumfang und seiner Mächtigkeit Perl inzwischen in nichts mehr nach, es läßt sich per Default leichter in einfache Webseiten integrieren und es wird ihm nachgesagt, es sei um einiges leichter zu erlernen; zudem ist die Community, wo man Hilfe, Tips und Source-Code finden kann, wesentlich größer.

Dass ich mich dennoch auf Perl gestürzt habe, ist einem größeren CGI-Script geschuldet, welches in eben jener Sprache verfasst ist und welches ich an meine Bedürfnisse anpassen wollte. Das geht natürlich nicht ohne entsprechende Kenntnisse. Zudem kommt Perl per Default gleich als Standardtool auf jeder UNIX/Linux-Installation mit und eignet sich hervorragend für administrative Aufgaben (für diesen Zweck wurde es ja ursprünglich auch entwickelt).

Angefangen hab ich mit „Jetzt lerne ich Perl“ (Dirk Luis, 2003, Markt und Techik) – was mich allerdings nicht wirklich zufrieden stellen konnte. Die einzelnen Themen wurden hier nur recht kurz angerissen und relativ oberflächlich behandelt; tiefere und ausführlichere Ausführungen hab ich zutiefst vermisst, viele Fragen sind offen geblieben. So waren z.B. Listen, Arrays und Hashes in einem einzigen Kapitel zusammengefasst, über mehrdimmensionale Arrays wurde kaum ein Wort verloren, geschweige denn, dass sie vernünftig erklärt wurden.

Das war dann auch der Punkt, wo ich mich an „Perl in 21 Tagen“ (Patrick Ditchen, 2005, Markt und Technik) – vorteilhafterweise als günstiges eBook (pdf) verfügbar – versucht habe. Im Gegensatz zu meiner ersten Quelle ein wahrer Glücksgriff.

Das Buch ist, wie der Titel schon vermuten lässt, in 21 Kapitel aufgeteilt, wobei jedes ein eigenes Thema behandelt. Bei Themen von besonderer Relevanz für die Arbeit mit Perl, wie z.B. Arrays, Hashes, Referenzen oder CGI läßt es sich der Autor nicht nehmen, in einem zweiten Kapitel ausführlicher darauf einzugehen und das bereits erworbene Wissen zu vertiefen. Dabei wirkt es aber nie gezwungen und aufgesetzt – durch seinen lockeren und angenehmen Schreibstil, seine Fähigkeit, Motivation und Interesse auch über lange Strecken aufrechtzuerhalten und die Durchsetzung des Gezeigten mit verständlichen Beispielen, hat er es durchaus geschafft, mich durch das ganze Buch hinweg neugierig und konzentriert zu halten.

Die einzelnen Kapitel waren immer sehr umfangreich, aber für Einsteiger angemessen. Wo nötig, wies der Autor auf Fallstricke hin, vermeintliche unlogische Implementierungen in Perl erklärte er höchst logisch, oder zeigte alternative Herangehensweisen an ein Problem auf. Bei fortgeschrittenen Themen wie z.B. der Anbindung an Datenbanken oder spezielle Module, die allerdings den Rahmen des Buches gesprengt hätten, erlaubte er einen kurzen Einblick und verwies auf weiterführende Informationsmöglichkeiten.

Fazit: auch wenn es fast zu überschwenglich und möglicherweise etwas aufgesetzt klingen mag, aber ich kann „Perl in 21 Tagen“ uneingeschränkt an jeden weiterempfehlen, der Perl lernen möchte!
Ich hatte über die Jahre verteilt bis jetzt schon mehrere Anläufe unternommen, eine Programmiersprache zu erlernen – dieser Anlauf ist es allerdings der erste, den ich durchgezogen hab. Dies mag zwar zum einen daran gelegen haben, dass ich dieses Mal ein ganz konkretes Ziel vor Augen hatte (das o.g. CGI-Script zu verstehen und nach meinen Wünschen anzupassen) – der Autor und sein mitreißender Stil haben aber einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen.

Rezension und Kurzbeschreibung

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